Insgesamt bestand der World-Trade-Komplex wohl aus 8
Gebäuden (hat Frau Mama aus dem Reiseführer erfahren). Alle wurden bei dem
Anschlag 2001 zerstört. An dieser Stelle wurde mittlerweile eines der Gebäude,
die jüdische Banker beherbergten, wieder aufgebaut. Das One World Trade Center
(ihr seht es oben) ist heute nicht nur eine Erinnerung an das, was damals geschah, sondern auch
eine der drei beliebten Aussichtsplattformen in der Stadt (die anderen sind „Top of the
Rock“ auf dem Rockefeller Center und das Empire State Building).
Man kann aber nicht nur auf den Turm fahren, um die Aussicht
zu genießen. Wichtig ist an der Stelle des ehemaligen World Trade Centers
natürlich das Museum, das über die Ereignisse von damals berichtet. Wir sind
ehrlich gesagt nicht reingegangen. Wir haben uns lieber die Denkmäler
angeschaut, die aus zwei tiefen Löchern im Boden bestehen, in die permanent
Wasser fließt. „Das Wasser repräsentiert die Tränen der Trauer, die nie
versiegen werden“, hatte mein Bruder Jonas gelesen.
Sehr fantasie- und eindrucksvoll, fanden wir die Mahnmale, vor allem auch wegen ihrer Größe. Die Pools befinden sich an der Stelle der zwei Türme, das Wasser kracht 9 Meter in die Tiefe.
Eröffnet wurde das Mahnmal 2011, also 10 Jahre nach dem
Anschlag. Es erinnert nicht nur an die Opfer des 11. September, sondern auch an
die Opfer eines Bombenanschlags von 1993 auf das World Trade Center. Für diesen
Anschlag hatte es bereits einen Pool zum Gedenken gegeben, also ähnlich, wie
das aktuelle Mahnmal. Allerdings wurde er beim Anschlag 2001 zerstört.
Die Namen der Opfer beider Anschläge, seien es
Rettungskräfte, Menschen aus den Türmen, der Ubahn oder den Flugzeugen, alle
befinden sich am Rand des Pools. Und wenn man das so liest, was da alles
aufgezählt ist, und sich ein wenig die Zeit nimmt, sich das alles vorzustellen,
wird einem auch als Deutscher noch Jahre später etwas mulmig zumute.
Ich gebe zu, ich habe oft Schwierigkeiten damit, eine emotionale mh Reaktion auf Denkmäler zu spüren. Meist geht es um Dinge, von denen ich zwar gelesen habe, zu denen ich aber keine Verbindung spüre, weil ich zu dieser Zeit nicht gelebt habe oder zu jung war, und Kriegsschauplätze oder Anschläge für mich (glücklicherweise) etwas unvorstellbares sind.
Hier war es ein klein wenig anders. Und wenn ich mich mit den Kollegen aus dem Büro unterhalte, die erzählen, wie sie das ganze vom Bürofenster aus gesehen haben; wie ein Kollege sich das Memorial noch nicht angeschaut hat, weil er zwar niemanden kennt, der gestorben ist, aber jemanden, der dort war und (zum Glück!) fliehen konnte, dann kommt einem das alles wieder etwas näher und man beginnt, einen Eindruck davon zu bekommen.
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