Auf dem Weg zur Arbeit entdeckte ich am Donnerstag ein Schild, dass die Parkplätze am Gehweg für Filmtrucks sperrte. Sie sollten um 22 Uhr abends ankommen und den Freitag über dort bleiben. Freitagmorgen sah ich sie auch sofort, las auf dem Schild, dass es um den Film "The Untouchables" ging und machte mich dann, aufgeregt von der ganzen Filmatmosphäre, die man sich da als Tourist gleich einbildet, erstmal ins Büro auf.
Eine kurze Googlesuche zeigte: Bei dem Film handelt es sich um ein Remake von "Ziemlich beste Freunde", die Handlung ist die gleiche - ein ehemaliger Sträfling pflegt einen Mann der im Rollstuhl sitzt. Diesmal waren aber richtig bekannte Schauspieler dabei: Kevin Hart spielte den ehemaligen Straftäter und Bryan Cranston den Mann im Rollstuhl. Nicole Kidman kam auch irgendwie vor, weiß aber nicht mehr wie - Bryan Cranston wäre sowieso der einzige, den ich erkenne.
Er ist zum Beispiel als Walter White aus der Serie Breaking Bad bekannt oder auch als der Vater aus der Serie Malcolm Mittendrin. Und ha, jetzt war er in New York, nicht weit von meinem Büro!!
Kaum hatte ich das gegoogelt, wurde ich SUPER NERVÖS. Meine Arbeitskollegen erzählten mir, Kevin Hart sei nicht nur Comedian und Schauspieler, sondern auch Uhrensammler, ich solle mir also einige unserer Magazine sammeln - wir erinnern uns, ich arbeite hier bei einem Uhrenmagazin - und doch mal runterschauen. Die Schauspieler seien zwar im Hotel und kämen erst circa eine Stunde vor Drehbeginn, aber ich könne ja mal herausfinden, wann's losgeht.
Gesagt getan, sich als deutscher Touri vorstellen ist immer mehr oder minder klug, meist aber okay, dann verstehen die Amis das Interesse und sind stolz auf ihre Stadt und den Job, so auch der Security den ich anquatschte. Viel Ahnung hatte er allerdings nicht "ein paar Blocks weiter" meinte er werde gedreht, ab 17/18h. Ich würde die Menschenmenge dann schon finden. Danke - ich wollte eigentlich vor der Menge da sein.
Naja, den ganzen Tag über war ich aufgeregt, abends lümmelte ich dann ab 17 Uhr beim Madison Square Park rum, weil dort auch schon der letzte Dreh stattfand - und die Schilder "Set" in diese Richtung zeigten und dann auf einmal endeten. Außerdem standen ein Porsche und einige Polizeiautos herum, länger als normal am Straßenrand, das kam mir gleich verdächtig vor...
Kurz gewartet und geguckt, bin mit einem anderen Europäer ins Gespräch gekommen, der bereits morgens ein Filmset gesehen hatte und dort sogar Fotos mit den Schauspielern (aus Daredevil!) ergattern konnte. Hat meine Stimmung gehoben. Wir kamen dann mit jemandem ins Gespräch, der beim Park arbeitete und den Dreh zu beaufsichtigen hatte. Der wusste allerdings auch nicht viel.
Aber schon um ca 17:30h hatte sich das Warten gelohnt, es wurden immer mehr Leute mit Funkggerät am Rand des Madison Square Gardens. Und dann war er auf einmal auch da - Bryan Cranston!!! Er stand circa zwei Meter von mir entfernt, weniger, und unterhielt sich mit zwei Schauspielern. Der Europäer und ich fotografierten und guckten ehrfürchtig zu.
Ich gestehe, ist wahrscheinlich nicht einfach, so zu arbeiten. Aber so ist das eben, wenn man Schauspieler ist - dass ich einfach ruhig bleibe, wäre auch zu viel verlangt.
Kevin Hart - "it's the small one", wurde mir erklärt (ihr seht es im Vergleich hier oben, er ist der dunkelhäutige kleine, der rechts neben dem Auto steht) - konnten wir auch kurz entdecken, dann wurden wir aber auch schon gebeten, zur Seite zu gehen.
Rechtlich, meinte der Eurpäer, hätten sie nicht das Recht einen wegzuscheuchen, denn es sei ja ein öffentlicher Platz. Das habe ihm jemand beim ersten Filmset erklärt, in das er am Morgen gestolpert ist. Aber sie könnten einen eben bitten - und wir sind auch brav zur Seite gegangen. Vor allem mich fand ich da sehr gehorsam, während der Europäer und später auch ein Paparazzi (der für diesen Begriff allerdings recht gelassen war) sich immer wieder ein kleines Stück nach vorne stellten, bis sie wieder zurückdiktiert wurden. Der Paparazzi war zeitweise auch weiter vorne erlaubt, er sei Presse hieß es - soso. Erinnere mich wieder, wie es ist, weder Presse noch Security zu sein - doof.
Sei's drum, das Foto ist mir gelungen und es war eindrucksvoll, zu sehen, wie um diese Stelle herum mit Einbruch der Dunkelheit immer mehr Kameras und vor allem Licht aufgebaut wurde. Meine Arbeitskollegen meinten schon oft, man drehe nachts, weil da auch in New York weniger los ist und nicht so viele Leute zugucken, man Leute das aber so aus, dass es aussehe, als sei es tags. Ganz so krass kam es mir nicht vor, aber ich stand ja auch nicht vor den Lampen.
Stattdessen lümmelten der Europäer, ich und abwechselnde Schaulustige auf dem Gehweg außenherum und im angrenzenden Madison Square Park herum, um die ganze Atmosphäre aufzusaugen und Blicke auf die Schauspieler zu erhaschen. Teilweise fühlten der Europäer (ich hab seinen Namen echt vergessen..) und ich uns wie Mitarbeiter des Filmteams, wenn wir zum x.ten Mal gefragt wurden, ob wir wüssten, was gedreht wird und wer mitspiele. Haben immer brav Auskunft gegeben, circa drei Stunden lang bin ich in der Kälte gestanden.
Die meiste Zeit über hatte ich sogar zwei Ausgaben von WatchTime in der Hand, bereit sie in einer Pause oder nach Ende der Dreharbeiten Kevin Hart in die Hand zu drücken. Haha. (Ja, ich dachte echt ich hätte womöglich die Chance dazu, zumindest am Anfang.)
Nach einem Abendessen zuhause und nachdem ich mich aufgewärmt hatte, ging ich also nochmal los - man sieht sowas ja nicht alle Tage, warum also nicht nochmal probieren. Am Set war kaum jemand, es wurde umgebaut. Eine Frau sprach mich an und fragte, ob ich wisse, wie ich zum Catering komme, brav deutsch (und typisch ich) antworte ich: "I'm not with your team." Ach Sophia.. Naja, die Arbeitskollegen meinen, die großen Stars seien sowieso nicht beim Crew-Catering anzutreffen.
Ich lief also weiter, und stieß einige Straßen vom Set entfernt auf einen jungen Security, der Lampen "bewachte". Ich fragte ihn, ob noch gedreht werde und meinte dabei mal wieder, ich käme aus Deutschland und es interessiere mich - er antwortete auf Deutsch und auf einmal fand ich mich neben ihm auf dem Boden sitzend wieder, wo wir ein locker 45 minütiges Gespräch führten, hahahaha. Frag mich mal einer, wie es dazu kam.
Nicht eine Minute ging es übrigens um den Film, hauptsächlich ging es um die Studienpläne des Kerls, der nach Berlin will und hier mal im deutschen Biergarten gearbeitet hat. Witzig war auch das sprachliche Gemisch, bei dem es wild von Deutsch nach Englisch ging, weil uns manchmal Worte fehlten oder wir die jeweils andere Sprache üben wollten. Es war ganz witzig und als er wieder zurück musste, ging ich dann auch wieder heim. NYC Moments <3




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen