Alle Studenten der Lingnan-University sind in Hostels, also Wohnheimen, auf dem Campus untergebracht. Mein Hostel ist WHC, die Wong Hoo Chuen Hall. Nach Hostels getrennt wurden wir dann von Guides des Internationalen Offices der Uni zur Registrierung gebracht. Dort haben wir also auch andere Austauschstudenten aus dem gleichen Hostel kennengelernt - und meine Gruppe mit Johanna (DE), Margot (USA), Nora (Niederlande) und Sarah (DE) hat sich zusammengefunden.
Eine Woche später gab es dann von Mittwoch bis Freitag einige weitere Veranstaltungen. Die waren aber großteils in Kantonesisch, wie sich herausgestellt hat, weil sie nämlich nicht nur für die internationalen Austauschstudenten waren, wie wir dachten, sondern auch für die Erstsemester. Für die Teilnahme wurden alle in Gruppen eingeteilt. Mein Buddy hier war Alex, direkt hier aus Hongkong, der mich stolz mit "Guten Tag" begrüßt hat. Und insgesamt sehr relaxt war, wie sich rausgestellt hat. Während die offizielle Mail der Uni besagte, dass wir an jeder Veranstaltung teilnehmen MÜSSEN (was einigen Austauschstudenten schon nicht gefallen hat), hat Alex das ganze eher entspannt gesehen. Bereits am Vorabend vor den Veranstaltungen hat er mich vorsichtig darauf hingewiesen, dass ich mir aussuchen kann, an welchen Veranstaltungen ich teilnehmen will.
Am ersten Tag fand nach einem Mittagessen (Pizza, Mozzarella-Sticks, Chicken Wings, Pommes vom Lieferservice, davon stammt das erste Bild dieses Posts) die Einführungszeremonie statt, da waren noch alle Austauschstudenten dabei. Die oben gezeigten Bilder - bis auf das Selfie, das stammt vom gemeinsamen Pizzaessen mit der Alex-Gruppe, zu sehen sind neben mir Violet und Yun aus Südkorea - stammen von eben dieser Zeremonie. Da haben wir Basics über den Campus gelernt, zB dass es eine App gibt und wie sich der Notendurchschnitt (GPA) berechnet. Aber wir haben auch gelernt, dass es einen Lingnan "Song" gibt. Ihr versteht, warum man das Wort in Anführungsstriche setzen muss, wenn ihr das Video dazu gesehen habt:
An den nächsten zwei Tagen habe ich mit der Gruppe gefrühstückt, was auch ein Erlebnis ist. Es gab Sandwiches, Nudeln, oder dieses Gericht zur Auswahl:
Danach wurde ich wieder von Alex weggeschickt. Ich habe mich schon fast schlecht gefühlt dabei, weil Nora am Vortag beim Abendessen angerufen und angemault wurde, von ihrem Buddy, warum sie nicht beim Abendessen ist. Später ist sie beim Zähneputzen in ihren Buddy gerannt und wurde zu einem witzigen bis spannenden Spieleabend mit den Locals geschleppt, haha. Ich wollte ja auch ein wenig mitmachen und Alex sagte natürlich, dass ich gerne überall mitmachen kann. Aber es ist auch nicht so einfach, denn theoretisch müssten die Veranstaltungen alle in drei Sprachen stattfinden: Englisch für die Austauschstudenten, Kantonetisch für die Studenten aus Hongkong und Mandarin für die Studenten aus Mainland China, also dem Rest Chinas (Hongkong ist nicht China, in sovielen Belangen und Hongkonger wollen auch nicht Chinesen genannt werden.)
Alex hat mir erklärt, dass man denkt Hongkong kann sehr gut Englisch - fälschlicherweise. Ich hab ihm übrigens schon was beigebracht (er hat gefragt). "Tschüss" hat er seit unserem Treffen stolz jeden Abend gesagt. Ich war ganz verwirrt, warum er das so schnell konnte, bis er meinte es sei einfach, weil es klingt wie "juice", das englische Wort für Saft.
Nach den Einführungsveranstaltungen hatten wir eine Woche frei. Viele sind in dieser Woche weggefahren. Johanna, Sarah und Margot sind nach Malaysia gefahren, Noras Eltern waren zu Besuch und ist für die Woche zu ihnen ins Hotel gezogen. Ich hab mir einfach nur eine entspannte Woche gemacht und war zum Beispiel auf dem Victoria Peak oder beim durch Instagram bekannten Yick Fat Building. Morgen geht's dann mit den Vorlesungen los - seid gespannt! Ich bin's!





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