Samstag, 1. Dezember 2018

Corporate Social Responsibility: Unser IKEA Projekt (Oder: "Ausversehen bei Green Peace")

Wie in meinem Post mit den Kursen schon erwähnt, hatte ich hier einen Kurs namens "Corporate Social Responsibility" (CSR). Es war einer meiner sogenannten Service Learning-Kurse, also von denen, bei denen man extra Arbeit macht. Man arbeitet nebenher nämlich für einen Betrieb in Hongkong, bietet denen einen Service, und lernt dadurch - daher Service Learning.



Bei den CSR-Projekten ging es generell um Plastikmüll und die Verschmutzung, die dadurch entsteht. Die Klasse wurde dann in mehrere Kleingruppen unterteilt (wir sind ca 30 Studenten gewesen) und sich entschieden, entweder für IKEA oder für Hung Fook Tong (HFT) zu arbeiten. HFT ist eine Firma aus Hongkong, die Suppen und Tees verkauft, alles to go und in Plastikbehältern. Sie bieten bereits eine Recyclingmöglichkeit, allerdings nur für bestimmte Becher (weil alles aus verschiedenen Arten von Plastik besteht) und nur für Mitglieder ihres Clubs (Kunden können da irgendwie Mitglied werden). Die Lösung dafür liegt für mich klar auf der Hand ... daher dachte ich zuerst, ich würde mich für dieses Projekt entscheiden.




Meine Sitznachbarn haben mich dann überzeugt, doch in eine IKEA-Gruppe zu gehen. Eine sehr gute Entscheidung, wie sich herausgestellt hat! HFT war so viel schwieriger ... Wobei wir genau genommen nicht direkt für IKEA gearbeitet haben, sondern für das Jane Goodall Institut in Hongkong. Wie sich zum Ende des Projekts rausgestellt hab, wurden die allerdings nicht von IKEA damit beauftragt, eine Lösung für deren Plastikproblem zu finden (wir wir dachten), sondern es handelt sich um eine sogenannte Pressure Group, also Aktivisiten die mit unserer Recherche IKEA zum Handeln bringen wollen. (Daher der alternative Blogtitel.) Großartig :D

Unser Projekt

Bei IKEA lag die Lösung nicht ganz so auf der Hand wie bei HFT - auch wenn man sagen muss, dass es man wohl auch nicht von einer einzigen Firma erwarten kann, dass sie das Recyclingsystem in Hongkong einführt, gibt's hier bisher nämlich nicht. IKEA hat, wie wir recherchiert haben, nämlich vor bis 2020 sämtliches Single Use Plastic incl. Strohhalme etc zu eliminieren. Heißt, sie haben bereits einen Plan und er wurde schon angekündigt. Da habe ich zu Anfang null verstanden, was wir eigentlich recherchieren. Aber weitere Recherche hat gezeigt, manchmal sind Plastikverpackungen aus hygienischen Gründen nicht zu vermeiden. Daher haben wir uns nicht auf Plastikreduzierung, sondern Plastikrecycling konzentriert. Die zwei Richtungen gab es für alle Gruppen im Kurs zur Auswahl.




Um das Projekt noch mehr zu konkretisieren, haben wir uns auf einen Teilaspekt davon gestürzt: Recycling-Behälter in der IKEA-Filiale, die uns zugeteilt wurde. Zweimal waren wir bei IKEA und haben Kunden befragt, zwischendrin haben wir unseren Fragebogen angepasst und zwei Präsentationen gehalten. Auf den Ergebnissen der Umfrage basierend haben wir dann eine Lösung für IKEA entwickelt.



Unsere Idee: Der bisherige sehr kleine Behälter, der am Ausgang versteckt ist, sollte durch eine Recyclingmaschine ersetzt werden. In die können Kunden ihren Plastikmüll werfen und bekommen dafür Rabatt-Coupons von IKEA. Da er auffälliger an einer anderen Stelle vor IKEA positioniert wird, kann er sowohl vor als auch nach dem Einkauf genutzt werden. Das Ganze soll mit einer Campagne beworben werden, der Slogan (mein ganzer Stolz): "Pay with plastic":



Wie ihr sehen könnt, hatten wir ziemlich viel Spaß mit dem Projekt. Das lag definitiv an der Gruppe, die total cool war!! Hier gibt es so viele Gruppenprojekte, dass ich definitiv gelernt habe, wie wichtig gute Teamarbeit ist. Was ziemlich schwierig zu erzwingen ist - daher umso besser, wenn es von selbst läuft :-)

Willy vom Jane Goodall Institut mochte unsere Idee sehr - mal gucken, ob er IKEA überzeugen kann.

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