Schwierig war erst einmal die Recherche.. Denn der Royal National Park ist groß und es gibt demnach zahlreiche Eingänge und Walks. Wer falsch anfängt erreicht sein Ziel womöglich nicht. Dazu kommt, dass man den Figure Eight Pool (Singular!) über eine Steinstrecke am Meer entlang erreicht - und zwar nur bei low tide, also niedrigem Wasserstand. Das sowie die Wellenhöhe sollte man vorher also recherchieren. Ebenso das Wetter, denn der Weg dorthin führt durch den Wald und geht teils steil bergauf/bergab. Das will man nicht bei Matsch laufen müssen.
Mittelgut informiert habe ich mich also gestern in Kings Cross in den Zug gesetzt und bin zur Otford Station gefahren. Guter Tipp von einer der wenigen, die dort schon waren. Von dort aus sind es nämlich nur noch 300m bis zum Parkplatz, an dem der Walk beginnt.
Los ging es mit einer schönen und recht entspannten Strecke am Waldrand entlang. Links die Bäume, rechts gab es hin und wieder eine Aussichtsplattform oder ein Geländer, über das gebeugt man die Küstenlandschaft bewundern konnte.
Nach 5,9km erreichte man ein weiteres Schild, an dem ich auch auf einige "Rückkehrer" stieß, die meinten es sei nicht mehr weit, noch 500m - 1km. Es waren dann noch 1,5km, teils über einen befestigten Weg, teils durch hüft- bis menschenhohen Farn, bis zum Burning Palms Beach. Von dort aus ging es dann nochmal 950m über Steine und Felsen bis zu dem wegen seiner Form berühmten Pool.
Ich hatte nachgelesen, dass low tide von circa 10 Uhr an ist, um 16 Uhr sollte dann wieder high tide sein. Mit dem Zug kam ich um 11:30h in Otford an. Trotz des Walks war ich also um circa 14:45h bei den Pools - hatte also auch die Zeit, in Ruhe ein wenig dort herumzulaufen, Fotos zu machen und mir alles anzuschauen, bis es dann wieder zurück ging.
Auf dem Weg über die Steine und Felsen dorthin ist mir wieder aufgefallen, wie wenig Abenteurer doch in mir steckt, haha :D Mir hat der Waldweg echt besser gefallen. Immerhin waren das Wetter und auch die Aussicht dort unten dann doch sehr schön. Ich hatte zuvor schon Bedenken, dass es womöglich zu Regen kommen würde.
Bei den Pools angekommen, war ich erstmal kurz irritiert. Es gab zwar mehrere, was ich auch vorher schon gewusst hatte. Die Form einer Acht sollte nur einer haben (entgegen der Tatsache, dass man oft von "den Figure Eight Pools" (im Plural) hört). Aber auch das war, spätestens nach dem Wegweiser am Strand, klar. Überrascht hat mich dann nur noch die Größe der Acht - denn sagen wir's so, ich konnte sie nicht auf Anhieb finden und hatte die Schnauze nach der Kletterei etwas voll, sodass ich einfach jemanden gefragt habe. Die zwei haben zur entsprechenden Stelle gezeigt und gesagt: "The eight is there, but it's really small."
Joa, ne... Circa einen Meter breit, vielleicht ein klein wenig mehr, und gut zwei Meter lang - das war's dann auch schon. Auf den Fotos sieht das irgendwie größer aus.. Und trotzdem: Irgendwie schon schön, mit dem Wetter und der Sonne und allem.. Am besten hat mir ja dieser Blick gefallen, mit den steilen Bergen der Küste im Hintergrund.
Beim Rückweg habe ich mich dann einer asiatischen Studentengruppe angeschlossen, denen ich auch auf dem Hinweg schon begegnet bin. Wir haben dann hin und wieder mal aufeinander gewartet.
Und trotz des schönen Anblicks habe ich ehrlich gesagt die ganze Zeit überlegt, ob es den Weg wirklich wert war. Kann die Frage immer noch nicht beantworten. Aber wer in Australien die landschaftlichen Sehenswürdigkeiten abhaken will, hat danach auf jeden Fall einen gewissen Konditionsgrad erreicht - das ist mal sicher.. :D Ich hoffe, das hält dann auch ein Weilchen an. (Nein, Mama, Lust laufen zu gehen, habe ich dadurch trotzdem noch nicht ;D :*)

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