Sonntag, 12. Juni 2016

Eastcoast: Koala Hospital in Port Macquarie (Stopp 2)

Der zweite Stopp auf meinem Eastcoasttrip war Port Macquarie. Dort gibt es ein Koala Hospital, was auch das einzige ist, wofür das kleine Städtchen bekannt ist. Es ist daher kein ganz typischer Stopp, aber wohl noch etwas bekannter als Newcastle. 
Angekommen bin ich in Port Macquarie um 1:30h nachts. Das liegt daran, dass ich mich für den günstigeren Hop on Hop off-Bus der Firma Premier entschieden habe und nicht für den der bekannteren Firma Greyhound. Das sind die zwei bekanntesten Unternehmen, deren Busse die Ostküste entlang fahren. Man kauft ein Ticket, zb von Sydney nach Cairns und kann ein- und aussteigen sooft man will. Man kann natürlich auch ein Ticket von einer Stadt direkt zur anderen kaufen, aber ich entschied mich für das besagte Hop on Hop off-Ticket. Premier fährt im Gegensatz zu Greyhound allerdings nur einmal am Tag (Greyhound vier Mal), was die ca 100 AUD Preisunterschied erklärt - und warum ich so spät in Port Macquarie ankam.
Dennoch war ich am Abend noch recht fit und habe mich für einen Drop off-Service des Hostels angemeldet. So wurde ich am nächsten Tag zum Lighthouse Beach gefahren, von wo aus ich über einen Coastal Walk zur Stadt zurücklaufen wollte.
Es war etwas wärmer und sonniger als in Newcastle, das war schon einmal sehr schön. Ich wusste nicht recht ob ich Lust auf den Walk habe, wollte aber diesen Strand sehen - und da bietet sich der Walk an, den ich dank des Shuttlebusses wenigstens nur in eine Richtung zu laufen hatte. Es sollten circa 2,5h Stunden sein. Los ging es mit dem Blick auf einen Strand, später folgten Wege durchs Gebüsch.
Nach circa einer Stunde erreichte ich einen größeren Strand, Shelly Beach. Hier gab es auch einen Parkplatz, heißt der Strand war nicht nur über den Coastal Walk zu erreichen und es gab ein paar Badegäste. Am anderen Ende des Strandes sollte der Coastal Walk über eine Treppe weitergehen...
Es ist deutlich zu sehen: Die Felsen, über die die Treppe zu erreichen gewesen wäre, waren vom Wasser eingeschlossen. Wie bitte hätte man das bewerkstelligen sollen? Ich frage mich bis heute, ob ich einen anderen Zugang zur Treppe übersehen habe, tippe aber darauf, dass der Coastal Walk in diese Richtung wohl nur bei low tide, also niedrigem Wasserstand, fortgesetzt werden kann. 
Nachdem ich den Lighthouse Beach und das Lighthouse (Leuchtturm) gesehen hatte und sowieso sehr müde war, hat mich das ehrlich gesagt kaum gestört.. Ich bin in Newcastle schon genug am Wasser entlang gelaufen. 
Da es ganz in der Nähe war, bin ich spontan zu dem in meinem Reiseführer empfohlenen Sea Acres Rainforest Centre gegangen. Das war vom Strand nur wenige Minuten entfernt und der Boardwalk, der über einen Steg durch den Regenwald geführt hat, war an diesem Tag sogar zum halben Preis zu betreten. Na wenn das mal kein Zeichen war!
Es war ein schöner Weg und nicht viel los, sodass ich gemütlich laufen und gucken konnte.
Danach habe ich mich endlich zum Grund meines Kommens aufgemacht, dem Koala Hospital. Es kostete keinen Eintritt, aber da ich welchen erwartet habe, habe ich 5 AUD gespendet. Da vom Rainforest Centre nur wenige Busse fahren, bin ich von dort eine Dreiviertelstunde zum Koala Hospital gelaufen. (In Australien lauf ich solche Strecken oft.) Damit hat mein Timing gut gepasst und ich war perfekt dort, um eine Führung mitzuerleben.
Das wohl erste interessante Learning war, dass die Koalas im Krankenhaus tatsächlich Patienten sind. Sie sind also nur dort, wenn sie krank sind oder verletzt und Hilfe benötigen. Danach werden sie wieder in ihrer früheren Heimat ausgesetzt. Damit man weiß, wo das war, haben die Koalas immer zwei Namen: Der erste ist ihr das Heimatgebiet, also der Ort an dem sie gefunden wurden. Den zweiten Namen darf derjenige aussuchen, der den Koala gefunden und ins Krankenhaus gebracht oder dort angerufen hat. Viele nehmen ihren eigenen Namen, muss man aber nicht. Dadurch kommen spannende Kombinationen zustande, wie zum Beispiel Maria River Road Ian. Irgendwie süß.
Ich weiß leider nicht mehr, wie der erste Koala hieß, den wir besucht haben. Aber: Die Milch, mit der er gefüttert wurde, ist eine spezielle Mischung, denn Koalas sind laktoseintolerant.
Wie viele der Gegenden noch Namen aus der Aborigine-Zeit haben, so hieße "Koala" in der Sprache der Aborigine wohl "small drink", wurde uns erklärt. Süß!
Der Guide hat uns außerdem erzählt, dass einmal zwei kleine Koalas im Krankenhaus geboren wurden. Joeys nennt man Koalakinder in Australien. Laut Gesetz müssen Tiere, die in "Gefangenschaft" geboren werden, jedenfalls auch so gehalten werden. Da die kleinen jedoch "wilde" Koalas als Eltern hatten, konnte das Krankenhaus die Erlaubnis erwirken, sie mit der jeweiligen Mutter wieder in die freie Wildbahn zu entlassen. Interessant zu hören war auch, dass Koalas im Bundesstaat Queensland (in dem Port Macquarie liegt) kleiner sind als Koalas in Victoria, weil es in Queensland wärmer ist als in Victoria. Unabhängig von ihrer Größe schlafen Koalas 18-20h am Tag.
Es war also schon ein Glücksfall, dass ich im Caversham Wildlife Park bei Perth einen aktiven Koala gesehen habe. Auch im Hospital hatten wir Glück und ein Kandidat war aktiv: Er ist immer im Kreis gelaufen und wirkte etwas desorientiert. Wie wir erfahren haben lag das daran, dass er mit einem Auge kaum etwas sehen konnte. Wie tragisch! Aber es ist eben ein Krankenhaus, da findet man Patienten vor.. Unserer Aufmerksamkeit war er sich dennoch sicher.
Sein Kollege im Nachbargehege hingegen war gerade in einer der faulen Stunden:
Am Ausgang des Krankenhauses gab es noch mehr Koalas zu sehen. Auf selbst gebastelten Postkarten, die auch immer die Geschichten der jeweiligen Patienten erzählten. Allerdings gingen nicht alle davon gut aus, wie gesagt, es ist immer noch ein Krankenhaus.. Koalafiguren, die an die Spatzen in Ulm erinnern, und ein großer Stoffkoala im Rollstuhl verabschiedeten mich schließlich. Zusammen mit einem Shop voller Stoffkoalas... ich bin aber doch bei den Postkarten geblieben, keine Sorge.
Den Abschluss meines Tages bildete ein Spaziergang am Breakwalk entlang. Das ist ein Weg am Ufer entlang, der mit Steinen gesäumt ist. Viele davon, auf jeden Fall die, die direkt an den Weg angrenzen, sind bunt bemalt. Mit Familiensprüchen, Anfeuerungen für Sportereignisse, "wir-waren-da"-Reiseerinnerungen oder Sprüchen. Schön anzuschauen und auch bei Anglern ein wohl sehr beliebter Platz.
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1 Kommentar:

  1. Koala müsste man sein! 18 Stunden Schlaf am Tag würden mir gefallen ;-)

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