Abends um 21h in Hervey Bay angekommen, stellte ich überrascht fest, dass mein Hostel 40 Minuten zu Fuß von der Bushaltestelle entfernt ist. Glücklicherweise musste noch eine andere Deutsche dorthin, also teilten wir uns ein Taxi und am nächsten Morgen ging es für mich auch schon los nach Fraser Island. Das ist definitiv eines der zwei MUST-DOs an der Eastcoast Australiens. Ein Daytrip, wie ich ihn gemacht habe, ist nur einer von vielen Möglichkeiten. Für mich war es definitiv das Richtige.
Nach einem Pick up am Hostel ging es direkt auf die Fähre. Auf dem Foto sind zwar nur Rentner zu sehen, aber die Gäste waren bunt gemischt: Familien, Backpacker, Gruppen, Einzelpersonen, .. Rentner.Ich hab eine andere Deutsche kennengelernt, die im Hostel gegenüber wohnte und daher am gleichen Punkt aufgesammelt wurde. Neben ihr saß ich später auch im 4WD-Bus (four wheel drive), also einem Bus mit Allradantrieb. Trotz diesem Monster von Fahrzeug hat es bei den Fahrten über die Insel SEHR SEHR SEHR geschaukelt und ich war echt froh, dass ich weiter vorne saß. Im Gegensatz zu Achterbahnen ist das hier eine gute Wahl, denn da wackelt es immer noch am wenigsten.
Als wir nachmittags am Strand unterwegs waren, war es als würde man auf einer betonierten Straße fahren. "Das ist hier der Highway" hat auch der Busfahrer erklärt. Bevor es jedoch dorthin ging, gab es noch zwei andere Stopps:
1. Halt: Lake McKenzie
Dieser See war der erste Halt auf unserer Fraser Island Tour und hat mich (ich höre Marlene bei diesem Satz schon genervt stöhnen) ehrlich gesagt nicht richtig vom Hocker gehauen. Der Sand war besonders weiß und fein. Unser Busfahrer=Guide meinte, man könne ihn auf der Haut verreiben, dadurch würde man sich jünger fühlen und die Haut fühlt sich dann sehr geschmeidig an. Außerdem eignet er sich gut um Echtgold- oder Echtsilberschmuck zu reinigen. Pah :D Hab ich als Backpacker sicher nicht dabei. Aber ein paar ältere Herrschaften haben sich gefreut, während ein paar Jüngere im See baden waren. Ich hab nur meine Füße ins Wasser gesteckt und Fotos gemacht.
Ganz wichtig war es bei dem Ausflug zum See kein Essen mitzunehmen und auch Taschen, in denen kürzlich noch Essen drin war, bleiben auf Fraser Island im Auto. Grund dafür sind die circa 200 Dingos auf der Insel. Die sind zwar eigentlich nicht gefährlich, aber durch Essen werden sie eben angelockt und das ist tunlichst zu vermeiden. Mein Rucksack ist daher den ganzen Tag im Bus geblieben. Zum Glück konnte man die Kamera mitnehmen..
Wer trotzdem etwas Essen wollte, musste dafür in abgeschlossene Picknickbereiche gehen.
Auch bei unserem nächsten Halt sind uns entsprechende Einrichtungen aufgefallen. Campern, die länger auf der Insel sind, wird auf Schildern außerdem befohlen, Essen nur im geschlossenen Auto oder in fest verschlossenen Metallboxen aufzubewahren und die Boxen zusätzlich mit Gurten zu verschließen, denn die Dingos können sie öffnen. Ein Guide erzählte uns außerdem mal, dass Dingos auch verschlossene Gläser klauen und öffnen können. Aber das war auf einer anderen Tour...
2. Halt: Central Station / Rainforest (Wanggoolba Creek)
Der zweite Halt an diesem Tag war an einem Ort, an dem wohl mal die Central Station gestanden hatte. Ich hatte mir ein altes, verfallenes Gebäude vorgestellt und mich darauf tatsächlich schon sehr gefreut. Zu sehen war stattdessen Regenwald und, nach einem kurzen Marsch durch diesen, eine Ansammlung von Informationsschildern. Es kommt nicht immer, wie man es erwartet. Schee war's dennoch, auch wenn mich Fraser Island zu diesem Zeitpunkt noch nicht überzeugt hatte. Noch nicht.
Das Gewässer, das hier rechts vom Boardwalk zu sehen ist, ist übrigens der sogenannte Wanggoolba Creek, Teil des Pile Valley, das wir auf unserem kurzen Weg bewundert haben.
Nach diesem Stopp ging es zum Mittagessen in einem der Restaurants auf der Insel. Davon gibt es wohl tatsächlich mehrere, wie unser Guide Pete zu meiner Überraschung erzählte. Aber man kann dorthin eben auch Ausflüge machen, wenn man in der Nähe wohnt, und länger bleiben. Fraser Island ist auch für die Australier paradiesisch, wie uns der Taxifahrer am Abend zuvor erzählt hatte. Er selbst besitzt ein Boot und fährt damit wohl öfters rüber, wie er meinte. Nach unserem Mittagessen ging es jedenfalls weiter. Endlich etwas ruhiger, was die Straßen anging, denn nachmittags standen der berühmteste Strand Fraser Islands und seine Sehenswürdigkeiten auf dem Programm:
3. Halt: 75 Miles Beach
Wer an der Ostküste Australiens unterwegs ist, sieht nur Strände, heißt es. Irgendwann sei man "ausgebeached". Und ich hab ehrlich gedacht, so ginge es mir auch. Allein das Wort Coastal Walk hat mich schon zum Zucken gebracht, haha. Doch das Land überrascht mich immer wieder. Denn egal wie viele Strände man sieht, immer wieder kommt doch etwas, das einen umhaut - und dazu gehörte für mich definitiv der 75 Miles Beach auf Fraser Island. Der Name erklärt sich von selbst, 75 Meilen ist dieser Strand lang. was ungefähr 120 Kilometer sind. 120 kilometer awesomeness! Mehr kann und brauch ich dazu gar nicht zu sagen, ich lasse lieber ein paar Fotos sprechen. Denn auch an den Sehenswürdigkeiten die am Strand verteilt waren, hatte man immer diesen wahnsinnig beeindruckenden Blick in die Ferne, diesen hammer Strand entlang. Auch wenn der 75 Miles Beach zu einigen der Sehenswürdigkeiten gehört, die in echt einfach noch mehr knallen.
4. Halt: Maheno Shipwreck
Dieses Schiffswrack war eine der Sehenswürdigkeiten an diesem langen Strand auf Fraser Island. 1904 in Schottland gebaut gehörte die Maheno mal einer Firma in Sydney und legte die Strecke von Sydney nach Neuseeland zurück, später war sie in japanischem Besitz. Die Japaner wollten das Schiff wohl auseinander nehmen, die Propeller verkaufen und den Rest als Altmetall nutzen. So weit kam es aber nicht, da die Maheno dann von einem Tornado getroffen wurde und strandete, wo sie noch heute zu betrachten ist. Das als grobe Zusammenfassung mal. Das Schiffswrack in seiner dunklen Farbe, bereits tief im Sand eingesunken, ergab bildlich einen tollen Kontrast zum blauen Himmel und dem zarten langen Strand. Es ohne Touristen zu fotografieren war allerdings unmöglich. Auf der Insel selbst sieht und begegnet man zwar kaum Autos oder anderen Bussen, an den Sehenswürdigkeiten stauen sich dafür alle.
Einige Meter hinter dem Schiffswrack guckten diese Einzelteile aus dem Wasser und ließen noch einmal erahnen, wie lang das Schiff eigentlich war und vor allem, wie tief es bereits im Sand steckt.
5. Halt: Pinnacle Coloured Sands
Vom Namen her erinnerten mich diese Berge an die Pinnacles, eine Felsansammlung im Westen Australiens, über die ihr in einem anderen Post mehr erfahrt. Ein Zusammenhang besteht, soweit ich weiß, aber nicht. Auch, weil die Felsen auf Fraser Island bunt gestreift waren und es nur ein paar wenige zu sehen gab.
Nett anzuschauen, aber definitiv keines meiner Highlights. Das wären der 75 Miles Beach, das Schiffswrack und der nächste und gleichzeitig letzte Halt:6. Halt: Eli Creek
Eli Creek war der letzte Stopp auf Fraser Island und der, nachdem ich meinem ehemaligen Mitbewohner Georg aus Sydney geschrieben hab, er müsse sich einen Schwimmreifen kaufen. So einen, wie es ihn in den Reifenrutschen im Schwimmbad immer gibt. Denn den Creek (Wasserlauf, wörtlich übersetzt) konnte man damit ganz wunderbar herunter schwimmen. Er führte unter einer Brücke hindurch zu dem kleinen "See", der hier zu sehen ist. A Traum!Vom Strand aus hatte man außerdem einen schönen Blick auf die dort landenden Flugzeuge der scenic flights, bei denen man die Insel von oben betrachten kann.
Nach diesem Stopp ging es zum Steg zurück, an dem wir bei einem schönen Sonnenuntergang auf die Fähre nach Hervey Bay gewartet haben. Von dort aus bin ich übrigens am gleichen Abend noch weitergefahren. Denn auch Airlie Beach bzw. die Whitsundays sind an der Ostküste Pflicht.
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