Die Pools waren alle mehr oder minder warm und definitiv MEHR voll, haha. Wir trafen meine alte Gruppe und stellten fest, dass sich jemand aus der neuen und der alten Gruppe aus dem Hostel in Perth kannten - Zufälle gibts! Zum Glück konnten wir uns noch irgendwo reindrücken und da die anderen schon früher los sind, mussten sie bald weiter und wir hatten etwas mehr Platz.
Das Wasser war übrigens richtig warm, vor allem in den oberen Pools. Nur das Rausgehen war dann schwierig, denn es war ganz schön frisch nach dem warmen Bad. Huh! Beim nächsten Ziel wurde es aber auf jeden Fall wieder warm, denn die El Questro Gorge war die krasseste Schlucht, die wir angegangen sind.
Es ging erst einmal eine Stunde lang über einige Felsbrocken am Boden und Trampelpfade in die Schlucht, immer an einem Fluß entlang. Zum Ende der ersten Etappe haben wir ihn dann überquert und standen schließlich vor einem riesigen Steinbrocken.
Dort hieß es dann: Wer weiter will, lässt seine Sachen hier und klettert erst einmal dort hoch. Ich hatte Zweifel, vor allem weil die gute Lucy aus meiner alten Gruppe mit bereits entgegenkam und meinte, da wollte sie nicht mitmachen. Allein dieser erste Stein war riesig und Brad musste allen helfen raufzuklettern. Egal, bin nur einmal hier, natürlich geh ich mit, habe ich beschlossen!
Ein Ehepaar im Rentenalter, das wir dabei hatten, blieb da. Die zwei sind öfters nicht ganz mit, was manchmal zu Verstimmungen geführt hat. Bei ihnen oder bei anderen, weil man eben aufeinander Rücksicht nehmen muss in einer Reisegruppe. Heißt dann mal, dass die älteren warten und uns noch ein Stückchen laufen lassen, aber es heißt auch, dass man mal eine Schlucht weniger machen kann. Nun ja. Wir sind hier jedenfalls alle mit, während die zwei und ein anderes Paar auf unsere Sachen Acht gegeben haben. (Außer meiner früheren Gruppe mit Jason ist uns allerdings kaum jemand begegnet).
Um den Stein zu erklimmen - denn einen anderen Weg gab es nicht, da die Felsen hier auch den Fluß versperrten - mussten wir erst einmal das, was wir mitnehmen wollten, Brad hochgeben. Er war der Einzige, der da so raufkam. Denn was auf dem Foto oben aussieht wie ein kleiner Stein war echt ein ganz schöner Brocken, ums Eck rum verborgen...
Brad sagte uns von oben jedenfalls wo wir hinstehen können und hielt uns fest. Ich hab zum wiederholten Male auf diesem Trip gedacht: Meine Beine sind einfach zu kurz für sowas. Klar, sie gehen bis zum Boden, aber die erste und einzige wirkliche Stufe befand sich ungefähr Brusthöhe, davor blieb nur das Festkrallen an nicht vorhandenen Felsspalten, sich von Brad halten lassen und rechts und links mit den Beinen die Felswand hochzukrapseln. Ich dachte in diesem Moment noch "Was eine bescheuerte Idee, mit zum Ende der Schlucht zu gehen." Nun ja, da war's dann auch zu spät.
Man muss sagen, wir haben natürlich nicht viele Sachen mitgenommen, ab diesem Punkt. Dennoch sind wir eine Stunde lang reingelaufen, wobei es abwechselnd über Trampelpfade, Felsbrocken verschiedener Größe, den Fluß, umgekippte Baumstämme und noch mehr Felsbrocken ging. Ein paar waren so klug und hatten einen Rucksack gepackt. Ich aber hab den Rucksack im Bus gelassen, denn ich hatte neben meinem großen Reisebackpack nur einen normalen Rucksack dabei und der war mit Sachen für den täglichen Gebrauch voll.
Ehrlich, das war ein verdammt anstrenger Marsch von locker 1,5h, bis wir am Ende der Schlucht angekommen waren. Es war jetzt nicht unbedingt anstrengend, weil es so lange ging (wir mussten das Ganze ja auch wieder zurück plus die Stunde bis zum Ausgang der Höhle).
Es war vor allem anstrengend, weil es viele Felsbrocken zum Rumklettern gab, viele große Stufen, bei denen ich mich ganz schön rauf hiefen und ziehen musste, weil ich doch tatsächlich sehr klein bin, wie ich immer wieder verwundert festgestellt habe. Um auf der jeweils anderen Seite wieder runterzukommen, hab ich mich oft hingesetzt und bin runtergerutscht, das ist am sichersten. Allerdings auch nicht so super, wenn man nur einen Badeanzug anhat. Ich will mich nicht beschweren, es ist eine Wanderung, klar, dass das anstrengend ist. Daher kommen wir zur anderen Seite der Medaille: Es war nämlich auch ein ziemlich cooler Trip!
Ich hatte ja schon gesagt, es wurde von Tag zu Tag cooler und auch wenn es sehr anstrengend war, gerade deshalb und auch weil man immerzu von der Natur umgeben war und es praktisch immer was zu gucken gab, gehörte auch dieser Tag eindeutig dazu. Irgendwann, vor allem beim Rückweg, läuft man dann nur noch vor sich hin, ist völlig in Gedanken, guckt so mehr oder minder nach den Leuten vor und hinter sich aber läuft mehr so Trance/Meditations-mäßig, finde ich. Habt ihr das auch schon erlebt?
Bevor es jedoch dazu kam, erreichten wir natürlich ersteinmal das hintere Ende der El Questro Gorge und damit unser Ziel, den El Questro Gorge Waterfall. Himmel, was waren wir enttäuscht, haha! Brad sprach von einem tollen Wasserfall und es war schön, sich nach der Wanderung dorthin abzukühlen. Aber naja - ihr kennt die bisherigen Bilder und nun schaut euch das hier an..
Die Fotos sind nicht gut, weil sie in Eile mit dem Handy gemacht wurden, und es ist Meckern auf hohem Niveau, ich weiß. Aber wir waren alle etwas irritiert like "Brad, was!? Das ist es?". Dennoch gabs ein bisschen Drama, denn eine Mitreisende hat es geschafft ihre Brille zu verlieren, als sie getaucht ist. (Wieso taucht man auch mit Brille?) Alle haben also danach getaucht und geguckt, aber es war so stockduster unter Wasser, wir haben sie nicht wieder gefunden - glücklicherweise aber die Leute nach uns. Über diverse Tourguides hat die Brille ihre Besitzerin dann doch tatsächlich erreicht. Keine wirklich wichtige Geschichte nu, ich weiß, aber mehr ging da am Wasserfall eben nicht! (Von meinem innerlichen Chaos, der Überlegung eines Tattos, gedanklichem Beziehungshinunher und DEM KLETTERN MIT VIEL ZU KURZEN FÜSSEN abgesehen :D). Ich für mich habe auf diesem Trip definitiv festgestellt, wandern vereinbart eine gemeinsame Teamaktivität mit Sport, Selbstfindung und Selbsttherapierung, haha. Man sollte das glaub öfters machen.. (Ja, du sagst das seit Jahren Papa. Habe ein wenig gebraucht um es selbst festzustellen.)
Das jedenfalls war die El Questro Gorge, eine der coolsten und gleichzeitig anstrengendsten Schluchten (mit enttäuschend kleinem Wasserfall), die ich gesehen habe. Danach waren viele völlig fertig, sodass wir zum Campingplatz fuhren, um abzuliefern, wer keine Lust mehr hatte.
Haha, ihr ahnt es hoffentlich, ich gehörte zu denen, die auch noch die dritte Schlucht an diesem Tag mitgenommen haben. Man weiß nicht, wann man wieder da ist! Wir waren jetzt nur noch eine kleine Gruppe von vielleicht 7 Leuten (sonst waren wir glaube ich um die 20).
Die Amalia Gorge war zu Anfang mal wieder entspannend. Wir kamen recht schnell zu einem großen See mit Felsen außenherum, die aussahen, als wären sie nur zum Sonnen gebaut worden. (Die Natur ist schon ganz schön klug.) Unser Rentnerpärchen wartete dort und wir anderen sind weitergegangen.
Irgendwie ist am Anfang einer Schlucht oft eine trickreiche Stelle, die jeden aussortiert, der nur halbwegs Schiss hat. Oder auch nicht, haha - denn ich bin weiter mit! Hier musste man einem verdammt schmalen Felsvorsprung entlang gehen musste. Ich hab am Felsen geklebt! Habe mich im Sitzen auf der Kante am Felsen entlanggeschoben, ein Tipp von Brad, der währenddessen meine Kamera gehalten und uns erzählt hat, dass es hier grüne Ameisen gäbe, die man essen könne. Hat er sogar vor unseren Augen gemacht. "Mhhh, that's so good" - uäähh!! Keiner von uns anderen wollte.
Nachdem Brad meine Kamera nun schon in der Hand hatte, meinte ich, er könne ruhig Fotos machen und er war voll dabei, haha. Wir hatten zwar Lust auf die Schlucht, aber waren von vorher doch etwas geschlaucht, daher war es ganz witzig dass er die Kamera hatte, Späße damit gemacht und uns festgehalten hat. Zwischendrin hab ich ihn hin und wieder mal gebeten, einige Stellen zu fotografieren, meist hieß es aber von ihm wir sollen hergucken, haha :D
Dabei entstanden einige Bilder von uns, die ich nun nicht alle hier reinstellen muss. Aber eine kleine Auswahl von Brads Dokumentation der Amalia Gorge will ich euch natürlich zeigen:
Merke: Diese Stelle hier sieht nicht tricky aus, war es aber, weil die Steine aalglatt waren. (Schreibt man das Wort echt so, Melissa?) Daher haben wir uns immer gegenseitig gesagt, wo man sich gut festhalten kann.
Prallender Sonnenschein und ich bin mit dem Pulli mega warm angezogen. Mhh.. es wird seinen Grund gehabt haben. Wind womöglich.
(Kleiner Einwurf: Wir sehen hier, warum das nie ein wirklicher Reiseblog werden wird - meine Outfits. WTF.)
Am Ende der Schlucht, wir wissen es, wartete ein See mit Wasserfall. Leider lag der See schon halb im Schatten und da es länger nicht geregnet hat, hatte der Wasserfall kaum Wasser. "Tolle Wurst!", wie Claudia (ihr erinnert euch) sagen würde. Man lernt in Australien (und vor allem beim Marsch durch diverse Schluchten) aber auch: Schwimmen ist immer super, also rein da!
Brad erzählte uns später, er schaffe es manchmal eine Tour lang nicht zu duschen, weil man fast jeden Tag in eine Schlucht mit See kommt. Merkt euch, falls ihr mal mit einem Tourguide ins Gespräch kommen wollt: Das ist was Gutes, damit kann man punkten! Klingt aber auch sehr schwäbisch, haha.
Nachdem wir an diesem Abend auf dem Campingplatz ankamen, ging es erstmal zum Duschen (außer natürlich für Brad), dann waren wir an der Bar. Der Campingplatz in El Questro war sozusagen der Luxuscampingplatz auf dieser Tour und wir wollten es nutzen. Außerdem war's super, ein wenig mit der alten Gruppe abhängen zu können. Ich habe mich mit den Leuten aus der neuen Gruppe zwar auch gut verstanden, aber die wirklichen Vebrindungen sind in der vorherigen entstanden, weil sie da noch keiner kannte. Bis hierhin haben beide Gruppen ungefähr das gleiche gemacht, am nächsten Tag ging es für die anderen allerdings früher los, denn unsere Tour hatte einen Tag mehr Zeit und war daher etwas luftiger gehalten.
Das Highlight des Abends war auf jeden Fall das großartige Abendessen, Roast, also Gegrilltes. Es gab Lamm mit Kürbis und Kartoffeln, dazu, ganz englisch, Mintsauce. Uäh, also letzteres war definitiv nicht meins! Aber ich bin auch einfach kein Minze-Fan.. (Wir sehen oben: Kartoffeln in Alufolie auf einem, sagen wir's mal so, nur zu Dokumentationszwecken geschossenen Foto. Kein Reiseblog.. )
Außer der Minzsache hat alles super geschmeckt und Brad hat brav mit einigen von uns am Lagerfeuer gekocht, während wir anderen ein wenig an die Bar gehen konnten. (Hatte ich erwähnt, dass das hier das absolute Luxuscamp war? Also zumindest für unsere Verhältnisse,.. ) Mir fällt auf, während ich das schreibe: In Australien hab ich echt gelernt, Lamb Chops zu lieben. Und sogar das Wandern! (Man höre und staune!) Ob das anhält? (Beides seither nie mehr gemacht, Stand Februar 2017. Grr, Sophia! Note to myself: Nachholen! Beides!)
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